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Lichtfilm left

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Pavlensky pussyriot 715

Ein Film von Irene Langemann – 90 Minuten, HD, Deutschland 2019. Alle Rechte Lichtfilm GmbH

 

Der russische Politkünstler Pjotr Pawlenski hat sich bei seinen Aktionen den Mund zugenäht, den Hodensack auf dem Roten Platz fest genagelt, ein Ohrläppchen abgetrennt. Es ist die Auseinandersetzung eines mutigen Freigeistes mit der Staatsmacht Russlands.

2012 erregt der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenskij internationales Aufsehen, als er sich den Mund mit einem groben Faden zunäht, um den verurteilten Mitgliedern von "Pussy Riot" seine Solidarität zu bezeugen. Nach Pawlenkijs Ansicht sind politische Künstler in Putins Russland zu Schweigen verurteilt.
Im November 2013 setzt sich der Künstler nackt vor dem Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau und nagelt seine Genitalien fest. Seine „Aktion Fixierung“ steht für Apathie und politische Gleichgültigkeit in der modernen russischen Gesellschaft.
Während auf dem Maidanplatz in Kiew die Feuer- und Rauschwaden in den Winterhimmel in den frostigen Himmel lodern, zündet Pawlenskij und einige Helfer Reifen auf einer Petersburger Brücke an, schlagen mit Knüppeln auf große Bleche, und schwenken die ukrainische Fahne. Die symbolische Anspielung auf den Euromaidan in Kiew wird für Pawlenskij zum Verhängnis. Obwohl es keinen Straftatbestand gibt, drohen Pjotr Pawlenskij drei Jahre Lagerhaft. Seine Anwälte sehen den Prozess gegen den Künstler als politischen Prozess. Ausgerechnet durch die „Aktion Freiheit“ könnte Pawlenskij seiner eigenen Freiheit beraubt werden. Doch er gibt nicht auf, ist kämpferisch. Ihm geht es vor allem darum, zu zeigen, wie die Macht aus Menschen Objekte macht.
Und er geht noch einen Schritt weiter, als er im November 2015 die Tür des russischen Geheimdienstes in Moskau in Brand setzt, den er als Symbol der Unterdrückung des Individuums sieht. Seitdem ist Pawlenski in Haft.
Wir verfügen über alle Videos und Fotos der bisherigen Aktionen, und wollen ihn in seiner Auseinandersetzung mit der Justiz, der eskalierenden Intoleranz und Gewalt in Russland länger beobachten. Seine Frau und Mitstreiterin wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

 

Credits

Eine Koproduktion von Lichtfilm mit SWR und Arte, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW.